Der ‘Unsinkbare’ Fuchs, den die Bundes...

Der ‘Unsinkbare’ Fuchs, den die Bundeswehr für alle Rollen baute — und der heute noch überall fährt D

März 1979. Eine Übergabezeremonie in Kassel. Werk der Reinstahlhenschel AG. Die Bundeswehr nimmt ihr neues gepanzertes Mehrzweckfahrzeug in Empfang. Ein sechsrädriges, vollständig amphibisches Fahrzeug mit 17,3 Tonnen Kampfgewicht, einem Daimler Benz OM402 V8 Motor mit 320 PS und einer Konzeption, die es von jedem anderen deutschen Rüstungsfahrzeug seiner Zeit unterscheidet.

Es wurde nicht für eine einzige Rolle gebaut. Es wurde für alle Rollen gebaut. Als gepanzerter Mannschaftstransporter trägt es zehn Soldaten. Als Sanitätsfahrzeug trägt es Verwundete und medizinisches Personal. Als ABC-Spürpanzer trägt es Sensoren für den Nachweis atomarer, Biologischer und chemischer Kampfstoffe.

Als Fernmeldefahrzeug trägt es Funkanlagen und Stabspersonal. Als Pionierfahrzeug trägt es Sprengstoff und Räumgerät, derselbe Rumpf. Derselbe Motor, derselbe Antriebsstrang, 30 verschiedene Varianten, die in über 30 Nationen geliefert wurden. Es heißt Transportpanzer Fuchs und es ist gemessen an der Gesamtproduktionszahl und der Variantenvielfalt das vielseitigste gepanzerte Fahrzeug, das Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg produziert hat.

Um zu verstehen, warum der Fuchs existierte, muß man das Beschaffungsdilemma der Bundeswehr der späten 1960er Jahre verstehen. Die Bundeswehr betriebt zu diesem Zeitpunkt eine Vielzahl verschiedener gepanzerter Transportfahrzeuge für verschiedene Rollen. Jedes spezialisiert, jede Spezialisierung mit eigener Logistik, eigenen Ersatzteilen und eigenen Ausbildungsanforderungen.

Die logistische Komplexität dieser Vielzahl war erheblich und die Kosten waren entsprechend hoch. Was gebraucht wurde, war eine einzige Plattform, die durch unterschiedliche Aufbauten und Ausrüstungspakete in jeder erforderlichen Rolle eingesetzt werden konnte. Das Konzept war dasselbe, das 30 Jahre später beim Boxer realisiert werden sollte, aber in einer einfacheren, weniger modularen Form, die schneller umsetzbar war.

Der Entwicklungsauftrag erging an Reinstahl Hänschel. Das Grundkonzept war schnell definiert. Sechs angetriebene Räder, amphibisch ohne Vorbereitung, maximale Variantenflexibilität durch einen großen rechteckigen Laderaum, der für verschiedene Ausrüstungen konfigurierbar war. Das Fahrzeug, das Reinstahl Hänschel entwickelte und das ab 1979 produziert wurde, war 6 an lang, 2,98 m breit und 2,30 m hoch in der Basisversion.

Das Kampfgewicht betrug 17,3 Tonnen. Der Antrieb kam von einem Daimler Benz OM402 V8 Dieselmotor mit 320 PS bei 2500 Umdrehungen pro Minute, der über ein automatisches Ison Getriebe auf alle sechs Räder wirkte. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 105 kmh auf der Straße. Für ein gepanzertes Fahrzeug dieser Größe außergewöhnlich schnell.

Die Reichweite betrug 800 km auf befestigter Fahrbahn. Im Wasser trieb das Fahrzeug durch zwei Wasserpropeller am Heck an und erreichte 10 kmh, schnell genug, um die meisten zivilen Wasserläufe in sinnvoller Zeit zu überqueren. Die Panzerung bestand aus Stahlplatten, die Schutz gegen 7,62 mm Kleinwaffenfeuer und Artilleriesplitter boten.

Sie war nicht gegen schwere Waffen ausgelegt. Fuchs war kein Kampfffahrzeug, sondern ein Transportfahrzeug, das seinen Schutz aus seiner Mobilität und nicht aus seiner Panzerung bezog. Die Besatzung des Basisfahrzeugs umfasste zwei Mann, Fahrer und Kommandant, mit Platz für zehn bewaffnete Soldaten im Laderaum.

Die wichtigste Variante, die den Fuchs international bekannt machte, war der ABC Spürpanzer Fuchs, der in den 1980er Jahren für die Bundeswehr entwickelt wurde. Diese Variante trug ein umfangreiches System von Sensoren für den Nachweis von atomaren Strahlungsquellen, biologischen Kampfstoffen und chemischen Kampfstoffen.

System konnte in Fahrt betrieben werden, sodass der Fuchs durch kontaminiertes Gebiet fahren die Kontamination messen und kartieren konnte, ohne dass die Besatzung das Fahrzeug verlassen musste. Diese Fähigkeit machte den ABC Spürpanzer Fuchs zu einem der wertvollsten Fahrzeuge der NATOreitkräfte für den Fall eines chemischen oder nuklearen Angriffs auf europäischem Boden.

Bevor wir zu den Einsatzerfahrungen des Fuchs im Golfkrieg kommen, abonniere den Kanal. Es dauert eine Sekunde, kostet nichts und hilft Stahlkolonne zu wachsen. Der Golfkrieg 1991 brachte den Fuchs auf eine internationale Bühne, die seine Konstrukteure nicht vorher gesehen hatten. Die Vereinigten Staaten kauften 60 ABC Spürpanzer Fuchs und setzten sie im Rahmen der Operation Desert Storm ein, wo die Bedrohung durch irakische Chemiewaffen eine höchst reale taktische Sorge war.

Die amerikanische Bezeichnung für das Fahrzeug war M93 Fox NBC Reconnaissance System. Im Verlauf des Golfkrieges identifizierten Fuchsfahrzeuge Spuren von Chemiewaffen in mehreren Gebieten, die anschließend von Spezialeinheiten untersucht wurden. Die Ergebnisse waren umstritten. Einige der Identifikationen wurden später als falsch positiv eingestuft.

Aber die grundlegende Fähigkeit des Systems, chemische Kampfstoffe in Fahrt zu detektieren, wurde von amerikanischen und alliierten Kommandeuren als unverzichtbar bezeichnet. Der Einsatz im Golfkrieg generierte internationale Aufmerksamkeit für den Fuchs, die zu einer Welle von Exportbestellungen führte.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Niederlande und weitere Nationen bestellten Varianten des Fahrzeugs. Insgesamt wurden über 1400 Fuchs aller Varianten für mehr als 30 Nationen produziert. Eine Produktionszahl, die den Fuchs zum meist exportierten deutschen Rüstungsfahrzeug der Nachkriegszeit macht.

In Deutschland selbst betrieb die Bundeswehr überend Fahrzeuge in verschiedenen Varianten. Die Bundeswehr setzte den Fuchs in Somalia, im Kosovo, in Afghanistan und in weiteren Einsätzen ein. In Afghanistan erwies sich die Amphibienfähigkeit als weniger relevant als erwartet. Das Gelände war trocken und bergig, aber die Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit des Fahrzeugs bestätigten die Konstruktionscheidungen, die in Kassel getroffen worden waren.

Das konzeptuelle Erbe des Fuchs ist in zwei Richtungen erkennbar. Erstens hat er das Konzept der Mehrzweckplattform in der deutschen Rüstungsindustrie etabliert, das später beim Boxer auf einem höheren technischen Niveau realisiert wurde. Zweitens hat er gezeigt, dass ein zuverlässiges wartungsfreundliches Fahrzeug mit einer Basiskonzeption, die Variantenflexibilität ermöglicht, in einem globalen Rüstungsmarkt wettbewerbsfähiger ist als hochspezialisierte Einzelfahrzeuge.

Der Fuchs wird noch heute produziert in einer modernisierten Version mit verbessertem Motor, verbesserter Elektronik und verbessertem Schutz. Über 40 Jahre nach seiner ersten Auslieferung an die Bundeswehr im Jahr 1979 verlassen noch immer neue Fuchsfahrzeuge die Produktionshallen. Das ist die stärkste Aussage, die über ein Militärfahrzeug gemacht werden kann.

Es ist so gut konzipiert, daß es nach vier Jahrzehnten immer noch gebaut und gekauft wird. März 1979. Cassel, ein Fahrzeug für alle Rollen, rollte vom Band. Kein Spezialfahrzeug, keine Nischenlösung. Eine Plattform, die als Transporter, Sanitätswagen, Spürpanzer, Kommandobahzeug und 30 weitere Varianten funktionierte.

Über 30 Nationen kauften es. Noch heute wird es produziert. Das ist der Fuchs. Nicht das glamuröseste Fahrzeug in der Geschichte der deutschen Rüstungsindustrie. Aber vielleicht das Beständigste. Die Entscheidung, den Fuchs mit einem automatischen Alison Getriebe amerikanischer Herkunft auszustatten war symptomatisch für die Beschaffungsphilosophie, die das Fahrzeug von Beginn an prägte.

Verwende die beste verfügbare Lösung, unabhängig von ihrer Herkunft, wenn sie zuverlässiger und preiswerter ist, als eine national entwickelte Alternative. Dason Getriebe war in amerikanischen Militärfahrzeugen erprobt und seine Logistik war in der NATO weitgehend standardisiert. Die Entscheidung für dieses Getriebe reduzierte die Entwicklungszeit, senkte die Produktionskosten und vereinfachte die Wartung in Exportnationen, die bereits amerikanisches Gerät betrieben.

Das ist die pragmatische Ingenieursphilosophie des Fuchs, nicht die nationale Lösung um ihrer Selbst willen, sondern die beste verfügbare Lösung für die gestellte Aufgabe. Diese Philosophie erklärt, warum der Fuchs nach über 40 Jahren noch immer produziert wird. Er wurde nicht auf eine bestimmte nationale Tradition oder einen bestimmten nationalen Markt zugeschnitten, sondern auf die universellen Anforderungen eines zuverlässigen, wartungsfreundlichen, mehrzweckfähigen gepanzerten Fahrzeugs.

Die Konkurrenzsituation zwischen dem Fuchs und dem französischen V bar auf dem internationalen Exportmarkt der 1980er und 1990er Jahre zeigt, wie unterschiedliche nationale Rüstungsphilosophien auf demselben Markt koexistieren können. Der Fahb war leichter, etwa 13 Tonnen, günstiger und in größerer Stückzahl produziert.

Frankreich lieferte den Fahb an über 20 Nationen, viele davon in Afrika, wo der günstigere Preis ausschlaggebend war. Der Fuchs war teurer, schwerer und bot mehr Schutz, mehr Amphibifähigkeit und mehr Variantenbreite. Nationen mit höheren Anforderungen und größeren Budgets, NATOglieder, Golfstaaten USA wählten häufig den Fuchs.

Die Segmentierung des Marktes zwischen Fuchs und Farab ist ein Lehrstück in der Exportrüstung. Es gibt keine universell überlegene Lösung, sondern nur Lösungen, die für bestimmte Anforderungen und Budgets besser passen. Beide Fahrzeuge haben ihren Markt gefunden und beide sind nach Jahrzehnten noch immer in Produktion.

Das ist der Beweis, dass im Rüstungsexport Nische und Qualität wichtiger sind als Massenmarkt und günstiger Preis. Der ABC Spürpanzer Fuchs verdient eine gesonderte Betrachtung, weil er eine Fähigkeit realisiert, die für den modernen Krieg zunehmend wichtiger wird. Die Bedrohung durch chemische und biologische Waffen und in geringerem Maße durch radiologische Waffen ist seit dem Golfkrieg 1991.

Den Angriffen mit Nervengas in Syrien und den Vergiftungsversuchen in Europa kein theoretisches Szenario mehr. Ein Fahrzeug, das in Faht chemische Kampfstoffe nachweisen kann, ist in einem Umfeld, in dem staatliche und nichtstaatliche Akteure solche Waffen einsetzen, ein strategischer Aktivposten.

Die Bundeswehr hat ihren ABC-Spürpanzer Fuchs kontinuierlich modernisiert und seine Sensorik an neue Bedrohungsarten angepasst. Die aktuelle Version kann Kampfstoffe nachweisen, die beim Golfkrieg 1991 noch nicht bekannt waren. Das ist die Fähigkeit zur Weiterentwicklung, die ein langlebiges Fahrzeugkonzept von einem einmaligen Produkt unterscheidet.

Nicht das Fahrzeug ist star, sondern die Plattform ist flexibel genug, um neue Fähigkeiten aufzunehmen, solange die Grundkonstruktion trägt. Beim Fuchs trägt sie seit 197 und noch immer März 1979 Castle. Ein Fahrzeug ohne Spezialrolle, ohne Nischenmission, ohne glamurösen Namen in der Militärgeschichte rollte vom Band.

Es sollte alles können und nichts perfekt. Es kann alles und es kann es gut genug, daß dreißig Nationen es kauften und dass es nach 40 Jahren noch immer produziert wird. Das ist nicht die Geschichte eines Fahrzeugs, das den Krieg veränderte. Es ist die Geschichte eines Fahrzeugs, das Armeen auf der ganzen Welt zuverlässig ihren Alltag ermöglichte.

Patrouillen, Transporte, Aufklärung, Sanitätseinsätze, ABC, die unsichtbare Arbeit, ohne die keine Armee funktioniert. Der Fuchs erledigt sie. Seit 1979 in drei Nationen ohne Fanfahre, das ist Beständigkeit und das in der Geschichte der deutschen Rüstungsindustrie ist mehr wert als jede Schlagzeile. 1400 produziert, 30 Nationen, 40 Jahre Produktion und ein Golfkrieg, in dem amerikanische Soldaten ein deutsches Fahrzeug fuhren, das sie Fox nannten, und das ihnen zeigte, wo der Feind Chemiewaffen gelagert hatte. Das ist die Wirkung des Fuchs, nicht auf dem Schlachtfeld der großen Panzeroperationen, sondern in den stillen, unverzichtbaren Aufgaben, die jede Armee braucht und die

kein Schlagzeilen machen. Der Marder kämpft, der Leopard vernichtet, der Fuchs hält am Laufen und das im Ende Funktion, ohne die keine Armee existieren kann. M.

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